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Wie misst du Quadratmeter mit dem iPhone (für Mieter und Käufer)

Die Quadratmeterangaben in Immobilienanzeigen sind notorisch falsch. So überprüfst du sie in 90 Sekunden mit deinem iPhone und was du tust, wenn die tatsächliche Fläche 10 % kleiner ist als beworben.

Eine Studie von ratemyagent.com.au aus dem Jahr 2023 ergab, dass 27 % der Immobilienanzeigen die Fläche um mehr als 5 % übertreiben. Bei einer 60-m²-Wohnung sind das 3 m² imaginärer Raum, etwa so groß wie ein kleines Badezimmer. Wenn du für 25 €/m²/Monat mietest, sollst du 75 €/Monat für Fläche zahlen, die es gar nicht gibt.

Hier ist die 90-Sekunden-Methode, um eine Anzeige zu prüfen, bevor du unterschreibst.

Die schnelle Methode (mit LiDAR)

Auf jedem iPhone Pro ab dem 12er (oder iPad Pro ab 2020):

  1. Öffne Ruler AR und tippe auf Raum-Scan.
  2. Stell dich in eine Ecke. Geh langsam an jeder Wand entlang.
  3. Wenn du zur Startecke zurückkehrst, tippe auf Fertig.
  4. Lies die Bodenfläche vom Übersichtsbildschirm ab, genau auf ±2 %.

Das dauert für einen einzelnen Raum etwa 60 Sekunden. Eine komplette Zweizimmerwohnung braucht insgesamt 3–4 Minuten.

Die zuverlässige Methode (jedes iPhone)

Wenn du kein iPhone mit LiDAR hast, nutze den manuellen Raum-Builder:

  1. Öffne Ruler AR → Werkzeuge → Manueller Raum-Builder.
  2. Stell dich in eine Ecke, ziele mit dem Fadenkreuz auf den Boden zu deinen Füßen, tippe.
  3. Geh entlang der Wand zur nächsten Ecke. Tippe.
  4. Geh so um den Raum herum. Die Mini-Karte zeigt, wie das Polygon wächst.
  5. Wenn du die Startecke erreichst, erscheint der Puls „Raum schließen". Tippe darauf.

Die Fläche des Polygons wird automatisch mit der Gauß'schen Trapezformel berechnet. Die Genauigkeit hängt vom AR-Tracking ab, typischerweise ±5 % bei Räumen unter 30 m², was ausreicht, um falsche Angaben in Anzeigen aufzudecken.

Was als „Fläche" zählt und was nicht

Anzeigen blähen die Zahlen auf drei typische Arten auf:

  • Unbrauchbare Flächen werden mitgezählt. Schrägen, Nischen unter 1,5 m Höhe, tragende Säulen. Verschiedene Länder handhaben das unterschiedlich: Großbritannien und Australien schließen Bereiche unter 1,5 m meist aus; die USA sind großzügiger.
  • Außenwand zu Außenwand statt innen gemessen. Ein Außenkasten von 10 × 10 m ergibt nach Abzug der Wände nur etwa 9,5 × 9,5 m nutzbaren Innenraum (5 cm Innenwand × ~6 Wände = 30 cm „Geister"-Wandfläche).
  • Balkone/Terrassen werden voll gerechnet. Vielerorts wird Außenfläche zu 50 % gezählt; wenn deine Anzeige sie zu 100 % rechnet, bekommst du die Hälfte von dem, was du denkst.

Wenn du mit der App misst, misst du die nutzbare Innen-Bodenfläche. Das ist die ehrlichste Zahl, und genau die zählt für Möbelplanung und Preisvergleiche.

Was tun, wenn die Zahlen nicht passen

Wenn deine Messung mehr als 5 % unter der angegebenen Fläche liegt, hast du ein Druckmittel:

  • Mieten: Verlange eine Reduzierung im Verhältnis zur Abweichung. €/m² ist eine transparente Rechnung: Wenn du für 60 m² zahlst und die Wohnung 56 m² hat, sind das 6,7 %, die du durchsetzen kannst.
  • Kaufen: Hol dir einen professionellen Gutachter, bevor du irgendetwas unterschreibst. Eine Flächenabweichung von 5 % bei einem Kauf von 400.000 € sind 20.000 €, das rechtfertigt das Gutachterhonorar von 500 €.
  • Versicherung: Falsche Fläche bedeutet falscher Versicherungsschutz. Versicherer zahlen Schäden auf Basis der tatsächlich gemessenen Fläche aus, wenn du eine Dokumentation hast. Der PDF-Export der App mit Datumsstempel wird zum Beweis.

Mehrere Räume messen

Speichere bei kompletten Wohnungen jeden Raum als eigenes Projekt. Gesamtfläche = Summe aller Räume minus Überschneidungen (der Flur sollte nicht doppelt zählen, wenn du ihn als Teil des Eingangs und der Küche gemessen hast). Der PDF-Export summiert alles automatisch, wenn du die Projekte in einem Ordner gruppierst.

Zwischen Einheiten umrechnen

Die App beherrscht alle gängigen Einheiten: m², ft², cm², in². Wechsle unter Einstellungen → Einheiten. Der PDF-Export beschriftet alles in deiner gewählten Einheit. Wenn du in den USA bist und eine europäische Wohnung suchst (oder umgekehrt), erspart dir das die Umrechnerei.

Fazit

Vertraue niemals einer Flächenangabe, die du nicht selbst gemessen hast, besonders bei einer Miet- oder Kaufanzeige. Die App gibt dir eine 90-Sekunden-Prüfung, die auf wenige Prozent genau ist und eine Dokumentation erzeugt, mit der du verhandeln kannst. Sieh es wie eine Rechtschreibprüfung für Immobilienanzeigen.

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